Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern

Was ist gewaltfreie Kommunikation?

Die gewaltfreie Kommunikation (GFK) ist ein Kommunikationskonzept von Marshall B. Rosenberg, welches dazu beitragen soll, dass Menschen mit mehr Vertrauen und Freude miteinader kommunizieren. Es soll dabei helfen, Konflikte friedlich zu lösen, indem Menschen gegenseitig auf freiwilliger Basis eine wertschätzende Beziehung mit Kooperation und gemeinsamer Kreativität entwickeln. Dies gilt für den privaten Bereich, etwa bei der gewaltfreien Kommunikation mit Kindern, also auch im geschäftlichen Bereich.

Die gewaltfreie Kommunikation mit Kindern*

Das Konzept der gewaltfreien Kommunikation (engl. nonviolent communication) von Rosenberg beruht auf der Annahme, das der Großteil der Konflikte darin begründet ist, dass wir im zwischenmenschlichen Dialog unsere Wünsche, Gefühle und Bedürfnisse falsch mitteilen. Dies tun wir vor allem durch die Wahl einer falschen Sprache.

Die gewaltfreie Kommunikation mit Kindern spielt dabei eine große Rolle, denn eine gewaltfreie Kommunikation in der Familie trägt zu einem friedlichen, entspannten Miteinander und einer besseren Lebensqualität für alle Beteiligten bei. Doch schauen wir uns das Konzept der gewaltfreie Kommunikation näher an.

Marshall B. Rosenberg

Marshall Bertram Rosenberg war ein amerikanischer Psychologe und ist leider im Jahr 2015 verstorben. Das Konzept der gewaltfreien Kommunikation, kurz GFK, wurde von ihm entwickelt. Seine Ideen und Ansätze galten stets der Verbesserung des zwischenmenschlichen Miteinanders. Mittlerweile wird sein Konzept der gewaltfreien und wertschätzenden Kommunikation in vielen Bereichen angewandt. Für ihn war die Sprache der Schlüsselpunkt für ein empathetisches Zusammenleben. Aus diesem Zusammenhang heraus entwickelte er die Wolfs- und Giraffensprache, um vor allem Kindern den Zugang zur gewaltfreien Kommunikation zu erleichtern.

Wolf und Giraffensprache

Um Kindern die doch für diese schwer verständliche gewaltfreie Kommunikation näher zu bringen, bediente sich Rosenberg zweier Handpuppen in Form einer Giraffe und eines Wolfes. Er nahm die Eigenschaften dieser Tiere zum Vorbild und entwickelte daraus die Wolfs- und Giraffensprache. Hierbei steht die Giraffe für Kooperation, der Wolf für Konfrontation. 

Giraffensprache

Die Giraffe mit ihrem langen Hals steht für Weitsicht und die eigentliche gewaltfreie Kommunikation. Sie blickt von oben auf eine Konfliktsituation und beobachtet diese aus einiger Entfernung. Ihre Sprache ist aufgrund ihres großen Herzens freundlich und ohne Vorurteile oder Aggression. Die Giraffensprache wird deshalb auch „Sprache des Herzens“ genannt. Die Giraffe ist einfühlend, empathisch und zeigt Verständnis und Mitgefühl. Sie versetzt sich in die Gefühlswelt anderer hinein und wünscht sich Harmonie. 

Giraffensprache Beispiele

Hier ein paar Beispiele zur Giraffensprache in der gewaltfreien Kommunikation mit Kindern:

  • Mir ist es wichtig, pünktlich in der Schule anzukommen. Beeile Dich bitte.
  • Du findest Deinen Hausschlüssel nicht? Wir suchen ihn gemeinsam.
  • Du hast den Müll nicht rausgebracht. Könntest Du jetzt bitte den Müll rausbringen?

Wolfssprache

Ganz im Gegenteil zur Giraffensprache ist die Wolfssprache aggressiv, bewertend und möchte eher einen Konflikt befeuern, anstatt ihn zu lössen. Der Wolf ist zu klein, um die gegenwärtige Konfliktsituation zu überblicken. Er sieht sich selbst als überlegend an, im Mittelpunkt stehend und setzt alles daran, nur seine Bedürfnisse zu befriedigen. Die Wolfssprache nennt man auch „Sprache der Herrschaft„.

Wolfssprache Beispiele

Die Sprache des Wolfes klingt da schon etwas anders. Hier ein paar Beispiele zur Wolfssprache:

  • Wegen Deiner Trödelei kommen wir wieder zu spät zur Schule.
  • Wieso verlierst Du ständig den Hausstürschlüssel? Kannst Du nicht besser aufpassen. Zieh zu, dass Du ihn findest.
  • Nie bringst Du den Müll raus. Wenn ich gleich wiederkomme, ist der Müll leer. 

Die 4 Schritte der gewaltfreien Kommunikation mit Kindern

Stellt sich nun die Frage, wie wir die gewaltfreie Kommunikation mit der Giraffensprache in einer Konfliktsituation anwenden können. Marshall B. Rosenberg hat dazu die 4 Schritte der gewaltfreiene Kommunikation entwickelt und in diesem Satz zusammengefasst:

Wenn ich A sehe, dann fühle ich B, weil ich C brauche. Deshalb möchte ich jetzt gerne D.

A steht für die Beobachtung, B für Dein Gefühl beim beobachten, C für das Bedürfnis, welches mit Deinem Gefühl in Verbindung steht und D für die Bitte als konkrete Handlungsaufforderung. Die 4 Schritte der GFK lauten also:

  1. Beobachtung
  2. Gefühl
  3. Bedürfnis
  4. Bitte

Gehen wir näher auf die 4 Schritte ein und beginnen wir mit dem ersten Schritt: Die Beobachtung

Beobachtung

Die wertfreie Beobachtung der Konfliktsituation ist der erste Schritt in der gewaltfreien Kommunikation. Die Beobachtung sollte objetiv und fokussiert sein, als ob man selbst eine Kamera ist. Was genau sieht man? Was genau hört man? Nur die tatsächlichen Fakten zählen. Interpretationen und Bewertungen werden vermieden. So ist beispielsweise der Satz „Du bist zu spät“ eine Bewertung, keine Beobachtung. 

Vielen fällt die Nichtbewertung besonders schwer, denn wir bewerten täglich etliche Situationen. Das bewerten von Situationen dient zu unserem Schutz, sind in der gewaltfreien Kommunikation aber fehl am Platz. Beobachten statt bewerten – Übung macht den Meister. Weiter geht es mit dem 2. Schritt, das Gefühl.

Gefühl

Gefühle erkennen und diese benennen ist der zweite Schritt in der gewaltfreien Kommunikation. Unsere Gefühlswelt ist eng mit unseren Bedürfnissen verbunden. Werden Bedürfnisse erfüllt, fühlen wir uns gut und sind zufrieden und glücklich. Wichtig in der gewaltfreien Kommunikation ist die Tatsache, dass nur Du für Deine Gefühle verantwortlich bist. Gefühle entstehen in Dir. Du darfst also niemals andere für Deine Gefühle verantwortlich machen, schon gar nicht Dein Kind. Du fühlst Du schlecht, weil Dein Bedürfnis nicht erfüllt wird. 

Kommst Du wegen der Trödelei Deines Kindes zu einem Termin zu spät, fühlst DU Dich schlecht, weil DU gerne pünktlich gewesen wärst. Du fühlst Dich ja nicht schlecht, weil Dein Kind getrödelt hat. Wer das verstanden hat, ist schon einen guten Schritt vorangekommen. Auch hier gilt: Übung macht den GFK-Meister! Als nächstes befassen wir uns mit dem 3. Schritt, dem Bedürfnis.

Bedürfnis

Es gibt unzählige menschliche Bedürfnisse. Manche sind lebensnotwendig, manche nützlich und manche machen uns einfach nur glücklich. Nach der Maslow Bedürfnispyramide lassen sich Bedürfnisse in 5 Kategorien einordnen. 

Basale Bedürfnisse sind fundamentale und elementare Bedürfnisse wie zum Beispiel Essen, Überleben und Schlafen.

Ferner besteht ein hohes Bedürfnis nach Sicherheit. Dazu gehören Ruhe, Schutz und körperliche Unversehrtheit.

Zugehörigkeit, Individualität und Selbstverwirklichung runden die Bedürfnispyramide ab. Bedürfnisse nach Anerkennung, Erfolg, Status, Liebe, Freundschaft, Kreativität und Selbstverwirklichung sind nur einige Beispiele aus diesen 3 Kategorien.

Wenn wir unsere individuellen Bedürfnisse kennen, können wir diese auch in einer Konfliktsituation benennen, was uns letztendlich zum 4. Schritt führt, der Bitte.

Bitte

Mit der Bitte teilt man dem Gegenüber konkret mit, was man sich von ihm wünscht, damit das Bedürfnis erfüllt wird. Beachten muss man hier, dass man wirklich eine Bitte äußert und keine Aufforderung. 

Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern lernen

Du möchtest die gewaltfreie Kommunikation lernen und anwenden? Es gibt etliche Anbieter und Seminare, wo Du die GFK mit Kindern lernen kannst. Bestimmt gibt es auch bei Dir in der Nähe Seminare zu GFK.

Auch auch online gibt es einige gute Angebote. So bietet zum Beispiel der Sozialpädagoge Tassilo Peters ein Onlineseminar mit dem Namen „Konfliktnavigator“ an. Ich habe mir den Onlinekurs zur gewaltfreien Kommunikation von Tassilo Peters einmal genauer angeschaut. Doch zunächst wollen wir wissen, wer Tassilo Peters ist.

Tassilo Peters

Tassilo Peters ist studierter Diplom-Sozialpädagoge, Vater von 3 Kindern und seit 2009 Trainer für gewaltfreie Kommunikation nach Rosberg. Zudem hat Peters einen Waldkindergarten, nach dem Konzept für gewaltfreie Kommunikation mit Kindern, mitbegründet. Für Peters ist, trotz einiger Rückschlägen in seinem privaten Leben, die gewaltfreie Kommunikation in der Familie der Schlüssel für ein harmonisches, wertschätzendes Zusammenleben. Er hat es sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht, Eltern, Erziehern, Paaren und auch Lehrern zu zeigen, wie man mit Konflikten bei und mit Kindern leicht und entspannt umgehen kann.

Was ist der Konfliktnavigator?

Der Konfliktnavigator ist ein Onlineseminar, entwickelt von Tassilo Peters, das den Anwendern Schritt für Schritt die Grundlagen der gewaltfreien Kommunikation mit Kindern und in der Familie nahebringt, aufzeigt und deren Anwendung erklärt und veranschaulicht.

Die in dem Seminar verfolgten Ziele sind:

  • Das Erreichen von mehr Ruhe, Gelassenheit und Leichtigkeit im Familienalltag
  • Das Aufbauen einer besseren Verbindung zu Menschen, die man liebt/die einem wichtig sind.
  • Das Aufzeigen in einer Vorbildfunktion, wie man für eigene Anliegen eintreten, aber dabei rücksichtsvoll und kooperativ bleiben kann
  • Das Aufbauen einer Kooperation durch Verbindung und Verständnis
  • Das Unterstützen in der Umsetzung der erlernten Theorien
  • Das Ausbauen einer wertschätzenden Erziehung als Elternteam
  • Das Aufzeigen verschiedener Möglichkeiten, um sich an Vereinbarungen zu halten
  • Das Entwickeln einer bedürfnisorientierten Erziehung, die sowohl Kinder als auch Erwachsene im Leben begleitet und sie für Probleme in der Zukunft wappnet

Dieses Video ist über YouTube eingefügt. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

Was bietet das Online-Seminar Konfliktnavigator?

Wer am Onlineseminar „Konfliktnavigator“ teilnehmen möchte, sollte wissen, dass dies kein Projekt ist, welches nach ein paar Monaten abgeschlossen ist. Man sollte es eher als langen Prozess ansehen, an dem man lebenslang lernen und wachsen kann. Die gewaltfreie Kommunikation in der Familie sollte zu einem ständigen Alltagsbegleiter gemacht werden, um Konflikte leichter und wertschätzender zu lösen.

Aufgegliedert ist das Online-Seminar in 8 verschiedene Module:

  1. Modul X: Grundlagen für Konfliktleichtigkeit
  2. Modul 1: Unterschied zwischen Bewertung und Wahrnehmung
  3. Modul 2: Gefühlsmeisterschaft
  4. Modul 3: Bedürfnisse wahrnehmen und teilen
  5. Modul 4: Konkrete Bitten
  6. Modul 5: Konflikte als Wachstumschance
  7. Modul 6: Aufrichtiges Zuhören
  8. Modul 7: Lieblingsstrategien für Konflikte

Zu den 8 Modulen gehören mehr als 40 Videos und Skripte mit Übungen, die dabei helfen sollen, das Gelernte und Erfahrene zu vertiefen. Weiterhin bietet Peters ein persönliches Feedback an, was bedeutet, dass man auf seine ganz persönlichen Fragen innerhalb von 24 Stunden eine individuelle Antwort bzw. einen Lösungsvorschlag bekommt. Außerdem verspricht Peters, innerhalb der ersten 12 Monate nach Erwerben des Online-Seminares „Konfliktnavigator“ ein bis viermal wöchentlich individuelle E-Mails zu versenden, die mit humorvollen Erinnerungen an Konfliktleichtigkeit für mehr Wertschätzung im Alltag führen.

Weiterhin hat Peters im Zuge der Entwicklung des Waldkindergartens, nach dem Konzept für gewaltfreie Kommunikation mit Kindern, einen sogenannten Friedensstock entwickelt, der im Onlineseminar, seinen Teilnehmern aber auch bereits in Kindergärten und Schulen häufig eingesetzt wird. Der Friedensstock ist dazu gedacht, den Kindern – aber auch den Eltern – eine visuelle Hilfe und Begleitung bei der Konfliktlösung zu sein. Er zeigt, die laut Peters fünf notwendigen Schritte zur Konfliktlösung visuell auf und hilft gerade Kindern die richtige Reihenfolge einzuhalten.

Bonus

Zu den oben genannten 8 Modulen über die gewaltfreie Kommunikation erhältst Du zusätzlich folgende Bonusgeschenke:

  • Sinnvoller Umgang mit Gewalt und Aggression: 1 1/2 Stunden Webinar-Aufzeichnung inklusive Skript.
  • Wie Partnerschaft wirklich gelingt: Ebenfalls 1 1/2 Stunden Webinar-Aufzeichnung mit Skript.
  • Prävention sexuelle Gewalt: 1/12 Stunden Webinar-Aufzeichnung mit ausführlichem Skript. 

Das sagen die bisherigen Teilnehmer

Viele fragen sich jetzt natürlich, lohnt sich das? Laut Michaela, einer Mama von 4 Kindern: „Auf jeden Fall!“. Sie selbst hat 2020 während des Corona-Lockdowns mit dem Onlineseminar „Konfliktnavigator“ angefangen und sich mittlerweile mit ihrem Mann und ihren Kindern durch die verschiedenen Module gearbeitet. Sie selbst sagt, dass ihr Familienalltag wesentlich entspannter ist und sie sogar an ihren Kindern merkliche Veränderungen im Umgang miteinander sowie auch im Umgang mit Konflikten sieht. Weiterhin beschreibt sie das Seminar als „augen- und herzöffnend“. Sie selbst betont auch nochmals, dass sie keinesfalls Profis für gewaltfreie Kommunikation mit Kindern sind, sich aber dank des Seminars von Peters auf einem guten Weg für gewaltfreie Kommunikation in der Familie befinden.

Dieses Video ist über YouTube eingefügt. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

Fazit zum Seminar gewaltfreie Kommunikation mit Kindern

Das Webseminar „Konfliktnavigator“ von Peters ist also für jeden etwas, der sich und seinen Kindern bzw. Schülern einen wertschätzenden, gewaltfreien Kommunikationsumgang miteinander nahebringen und gemeinsam erleben möchte. In der heutigen Zeit, in der sich viele Kinder und Erwachsene mit der Lösung von Konflikten schwer tun, kann das Onlineseminar von Peters durchaus eine große Hilfe sein, die langfristig zu einem freundlichen, gewaltfreien Umgang und eine gewaltfreie Kommunikation in der Familie führt.